Ohne Mengensteuerung droht das Aus für bäuerliche Milchwirtschaft

Angesichts des dramatischen Verfalls der konventionellen Milchpreise fordert Bioland einen europäischen Milchgipfel und eine Revision der Milchpolitik. "Ohne einen radikalen Wechsel in der Milchpolitik stehen eine Vielzahl der 100.000 deutschen Milchviehbetriebe vor dem Aus. Dies hätte erhebliche negative wirtschaftliche und ökologische Auswirkungen in vielen Regionen Deutschlands," warnt Thomas Dosch, Präsident von Bioland und ergänzt: "Die Milch und die dahinter stehenden Bauern sind mit ihren multifunktionalen Höfen für die Gesellschaft viel zu wichtig, um sie allein den Marktkräften zu überlassen".


Die Politik der EU, von Bund und Ländern muss sofort alle Möglichkeiten nutzen, um die produzierte Milchmenge zu reduzieren. Die auf EU-Ebene beschlossenen Quotenerhöhungen und die ab 2015 geplante Freigabe der Milcherzeugung sind ein Riesenfehler und folgen allein der überholten Ideologie des "Wachsen oder Weichen". Bioland spricht sich stattdessen für eine flexible Mengensteuerung des Angebots aus.

Die politischen Rahmenbedingungen für Milchviehbetriebe müssen in Einklang mit den gesellschaftlichen Interessen gebracht werden. Dies beinhaltet eine kohärente, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Politik, die Marktinteressen, Umwelt- und Tierschutzziele sowie die Entwicklung von Grünlandregionen gleichermaßen berücksichtigt. Dabei geht es nicht nur um den Erhalt von Arbeitsplätzen in den Milchviehbetrieben, sondern um einen erheblichen Teil der Wirtschaftskraft in den Regionen. Auch der Erhalt ganzer Kulturlandschaften wäre nicht mehr gewährleistet, mit negativen Folgen für das Landschaftsbild und den Erholungswert für die Bevölkerung.

Die Verbraucher werden aufgefordert Biomilchprodukte zu kaufen. Damit können sie selbst zum Erhalt einer bäuerlichen, ökologischen und tiergerechten Milchproduktion beitragen. Die Biomilcherzeugung bietet einen Weg für Landwirte, sich mit Qualitätsprodukten am Markt zu behaupten. Nur über eine stete Nachfrage von Seiten der Verbraucher kann unmittelbar verhindert werden, dass auch die Biomilcherzeugung mit in den Abwärtsstrudel der konventionellen Milchwirtschaft gerissen wird.




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