Zu der vorgestellten Bilanz aus anderthalb Jahren des Portals lebensmittelklarheit.de erklärt Oliver Huizinga, Experte für Lebensmittelwerbung bei der Verbraucherorganisation foodwatch:

"Die von dem Verbraucherzentrale Bundesverband heute anlässlich der Grünen Woche vorgestellte Bilanz aus anderthalb Jahren lebensmittelklarheit.de zeigt deutlich: Die Lebensmittelindustrie führt Verbraucher systematisch in die Irre. Es ist zwar gut, dass das Portal weitergeführt werden soll, doch ist es kein Ersatz für die dringend notwendigen Gesetzesänderungen.

Die kündigt Bundesverbraucherministerin Aigner zwar seit anderthalb Jahren an. Doch bisher hat die Ministerin nichts auf den Weg gebracht, das die alltägliche legale Verbrauchertäuschung verhindern könnte. Damit Verbraucher in Zukunft vor falschen Regionalprodukten, vermeintlichem Erdbeerjoghurt ohne Erdbeeren und überzuckerten Kinderprodukten geschützt werden, muss Aigner sich auf nationaler wie europäischer Ebene endlich für verpflichtende Kennzeichnungsvorgaben für Lebensmittel einsetzen. Dazu gehören Vorschriften für eine umfassende Herkunftskennzeichnung, lesbare Angaben auf Verpackungen, verbindliche Mengenangaben für beworbene Zutaten, aber auch grundsätzliche Regelungen beispielsweise für Kinderlebensmittel oder zu Gesundheitsaussagen. Ohne glasklare gesetzliche Vorschriften wird die Lebensmittelindustrie nicht aufhören, die Verbraucher nach Strich und Faden zu belügen."

Hintergrund:
foodwatch hat einen 15-Punkte-Plan vorgelegt, mit dem die häufigsten Fälle von Verbrauchertäuschung verhindert werden könnten und fordert die Ministerin auf, den 15-Punkte-Plan auf nationaler wie europäischer Ebene durchzusetzen.

Der 15-Punkte-Plan im Detail: www.foodwatch.de/15punkte




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